Charlie Chan · AV Editions

Charlie Chan

Der Polizist aus Honolulu, der hinter höflichen Worten genau zuhört.

Der Ermittler

Charlie Chan arbeitet bei der Polizei von Honolulu. Er ist Familienvater und ein erfahrener Menschenbeobachter. Earl Derr Biggers führt ihn 1925 in The House Without a Key ein, zunächst aus der Sicht eines jungen Amerikaners aus Boston.

Chan prüft nicht nur Gegenstände und Zeitangaben. Er achtet auf beiläufige Bemerkungen und darauf, wie sich Menschen gegenüber anderen verhalten. Seine zurückhaltende Art verschafft ihm oft einen Vorteil gegenüber Figuren, die sich ihrer eigenen Urteile allzu sicher sind.

Seine Stimme

Höfliche Anreden, bildhafte Vergleiche und ein eigener Satzrhythmus prägen Chans Sprache. In den Romanen kann ein bescheidener Satz zugleich eine präzise Beobachtung oder einen ironischen Einwand enthalten.

Diese Stimme gehört zur Figur. Für die Neuübersetzung ist deshalb entscheidend, wie ein Satz wirkt: freundlich, vorsichtig, spöttisch oder unerwartet bestimmt.

Charlie Chan in einer Illustration zum neuen Kanon
Illustration aus dem neuen Charlie-Chan-Kanon.

Figur und Entstehungszeit

Biggers schrieb seine Romane in einer Zeit, deren Unterhaltungsliteratur chinesische Figuren häufig auf Bedrohung und Fremdheit reduzierte. Charlie Chan erhält darin die Rolle eines fähigen Ermittlers. Zugleich tragen die Bücher selbst Stereotype und Vorurteile ihrer Epoche.

Die Edition behandelt diese Spannung als Teil der Lektüre. Hintergründe zur Entstehung und zum historischen Umfeld sollen helfen, die Texte einzuordnen.